Poppy Day.

Während heute in Deutschland um 11 Uhr 11 die Pfannkuchen ausgeteilt werden, wird es hier um Punkt 11 Uhr zwei Schweigeminuten geben. Der Grund ist ein britischer Feiertag (an dem niemand frei hat) namens Remembrance Day (also der Erinnerungstag), oder wie ihn die Briten auch gerne nennen: Poppy Day. (Ein weiterer Name ist Armistice Day, Tag des Waffenstillstands).

Seit einigen Wochen sieht man hier in Vorbereitung darauf wieder verstärkt Menschen mit Mohnblumen poppies an der Jacke herumlaufen. Ausgeteilt werden Sie von der British Legion gegen eine Spende, entweder auf der Straße oder, wie im Falle meiner Firma, auch direkt auf Arbeit von Freiwilligen, die sozusagen von Tür zu Tür gehen. Getragen werden sie, wie oben ewähnt, gut Sichtbar zumeist an der Jacke. Diese Blumen sind angelehnt an das Gedicht “In Flanders”, das von den getöteten Soldaten im ersten Weltkrieg erzählt, die in den Mohnblumenfeldern in Flanders lagen.

Der Tag gilt also ein Gedenktag für alle gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg, wobei dies dank der diversen anderen Kriege seidem natürlich ausgeweitet wurde.

Als Ausländer ist man ein wenig gespalten, was man denn nun mit den Blumen machen soll. Spenden tut man natürlich, da sgehört sich halt so, aber es sind doch meistens nur die Briten, die sie auch tatsächlich tragen. Eine schöne Ausnahme ist meine polnische Kollegin, die schon seit ihrer Kindheit hier wohnt und entsprechend eingebürgert ist, dass sie auch die Poppy zur Schau trägt.

10 Dinge, die mich an dir irritieren. (Teil 25/?)

  1. Der Big Ben – oder Queen Elizabeth Tower, wie er tatsächlich heißt (danke, London Stadtrundfahrt) – wird 2017 renoviert und daher in dem Zeitraum nicht läuten. Das wird die Touristen sicherlich verärgern. 😀
  2. Diesen Sommer habe ich an meinem ersten “Rounders Tournament” teilgenommen. Ich kenne weder die Regeln von Base- noch die von Softball, also meinte jemand, es wäre ein wenig wie Cricket, was natürlich noch weniger half.
  3. Die britischen Stromversorger haben mit einem in Großbritannien einzigartigen Phänomen namens “TV pickup” zu kämpfen. Das tritt immer dann auf, wenn irgendwelche Sendungen ein besonders großes Publikum vor die Fernseher bringt (also sowas wie Fußballweltmeisterschaften, die britische Variante von Dancing With The Stars, und die britische Back-Show Bake Off). In den Werbepausen machen dann natürlich viele Leute Tee, was noch einmal zusätzlichen Strom kostet, weshalb die Stromversorger also versuchen müssen, solche Abende vorherzusehen und extra Strom zu produzieren, um zu verhindern, dass das ganze Netz kollabiert.
  4. Alles über 23 Grad brachte meine lieben englischen Kolleginnen den Sommer über dazu, die Klimaanlage auf höchste Stufe zu drehen, weshalb ich des Öfteren mit Jacke im Büro saß.
  5. Jetzt wo es Herbst und wieder etwas kälter ist, drehen die lieben englischen Kolleginnen die Heizung auf 25+ Grad auf. Verstehe einer die Briten.
  6. À propos Wetter: hier hagelt’s auch gerne mal bei über 20 Grad.
  7. Großbritannien wird dank des Brexits wohl bald nicht mehr genug Ärzte (ganz zu schweigen Pflegepersonal) haben. Um es mal auf gut Englisch zu sagen: Yeah, no shit! Jede Person mit etwas Hirn im Kopf hat das vorhergesehen!
  8. Außerdem: PM Theresa May hat einen “harten Brexit” beginnend im März nächsten Jahres angekündigt, und der Pfund ist direkt auf ein neues 30jähriges Tief gefallen. Aber Boris Johnson, der aus unerwäglichen Gründen noch immer Außenminister ist, behauptet weiterhin, dass es keine Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird. Sag das mal den britischen Erdbeerbauern. Und Irland. Und Schottland. Wales ist es anscheinend im Moment noch egal.
  9. Britische Milch, wenn man sie im Kühlschrank liegend statt stehen aufbewahrt, wird schon nach wenigen Tagen schlecht. Vielleicht hab ich aber auch einfach nur schlechtes Karma.
  10. Im Übrigen ist britische Milch billiger als Mineralwasser.